Anstalt Irsee

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Von 1849 bis 1972 ist in Kloster Irsee eine psychiatrische Anstalt untergebracht. Nach Erlangen (1846 für Mittelfranken) und Irsee (1849 für Schwaben) entstehen innerhalb von 25 Jahren in allen bayerischen Bezirken „Kreisirrenanstalten“. Das heutige psychiatrische Angebot im Freistaat Bayern blickt also auf eine lange Tradition zurück. Heute ist Kloster Irsee ein Bildungszentrum und Tagungshotel. Ein Informationsraum erinnert an die Psychiatriegeschichte. Die ehemalige Prosektur ist als Gedenkraum für die Opfer der NS-„Euthanasie“ öffentlich zugänglich. Auf dem ehemaligen Anstaltsfriedhof findet die jährliche Gedenkveranstaltung für die Opfer der NS-Patientenmorde 1940 bis 1945 statt. Über die Erzählungen der App erhalten Sie erhalten Sie Einblicke in das Leben von „Irrenpflegern“ und Patientinnen und Patienten. Sie erfahren, welche Rolle das Faschingskostüm eines „ostafrikanischen Riesengockels“ in der Anstaltsgeschichte spielt. Historische Bilder und Dokumente veranschaulichen den Anstaltsalltag. Beispielsweise können Sie in einem Film von 1940 dem Faschingsumzug folgen und PatientInnen bei der Arbeit in der Landwirtschaft zusehen. Sie werden feststellen, dass über hundert Jahre alte therapeutische Konzepte erstaunlich aktuell sind. Gleiches gilt für ethische Fragestellungen, die sich wie ein roter Faden durch die Psychiatriegeschichte ziehen. Wir laden Sie herzlich ein: Machen Sie sich selbst ein Bild! Am 1. September 1849 wird in Kloster Irsee die erste stationäre Psychiatrie in Schwaben als „Kreis-Irren-Anstalt Irsee“ eröffnet. In ihrer Satzung heißt es: „Der Zweck der Anstalt ist Heilung und Verpflegung heilbarer und unheilbarer Geisteskranker beiderlei Geschlechts. … Die möglichst sorgfältige, menschenfreundliche Behandlung der Kranken bildet die erste Pflicht aller Beamten und [Angestellten] der Anstalt. … Jede körperliche oder geistige Misshandlung ist auf’s Strengste untersagt.“ Zunächst stehen in Irsee 80 Plätze für psychisch kranke Menschen zur Verfügung, später bis zu 200. Doch der Bedarf ist groß und die Anstalt bald überfüllt. 1876 wird die „Bayerische Heilanstalt für Geisteskranke in Kaufbeuren“ neu gebaut. Von nun an ist Irsee Zweigstelle von Kaufbeuren, überwiegend für chronisch kranke Patientinnen und Patienten. Im Nationalsozialismus ist auch die Anstalt Irsee in vielfältiger Weise in „Euthanasie“-Aktionen eingebunden: 400 Patientinnen und Patienten werden von hier aus in Tötungsanstalten gebracht und dort ermordet. In Irsee selbst sterben zwischen 1940 und 1945 mehr als 800 Personen durch Vernachlässigung, Hungerkost oder tödliche Medikamentengaben. 1972 wird die Anstalt Irsee aufgrund baulicher Mängel geschlossen. Nach der Generalsanierung wird die Klosteranlage 1981 als Tagungs-, Bildungs- und Kulturzentrum des Bezirks Schwaben neu eröffnet. Zeitgleich wird auf dem Anstaltsfriedhof das erste dauerhafte Mahnmal für die Opfer der NS-„Euthanasie“ aus bayerischen Heil- und Pflegeanstalten eingeweiht. Seit 2010 fin

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